Reithelme - Sicherheitsstandards und Tests

Jeder Hersteller von Reithelmen muss einen von drei internationalen Sicherheitsstandards einhalten:
PAS015:2011, VG1 01.040 2014-12 und ASTM F1163:04a - einige produzieren ihre Helme sogar nach allen drei Standards. 

safety-standards

Die Kombination von Unfallsituationen, die bei den einzelnen Standards getestet werden, ist unterschiedlich. Daher liefert ein Helm, der mehreren Sicherheitsstandards entspricht, einen umfassenderen Schutz und deckt eine größere Bandbreite möglicher Unfallsituationen ab. 

Bei der Definition der Sicherheit eines Reithelms oder der Bewertung, ob ein spezifischer Helm das Prüfsiegel verdient, legt jeder Standard seine eigenen Kriterien an und unterzieht den Helm seinen eigenen Tests. Dabei wird der Fokus auf unterschiedliche Helme und variierende Verletzungen gerichtet. So wird z.B. ermittelt, wie weit der Helm den Kopf umschließt, wie ein Reiter fällt und auf welchen Untergrund, ob und wie viel der Helm verrutscht und welche Verletzungen ein Reiter wahrscheinlich von einem Sturz davonträgt. 

Manche Standards konzentrieren sich vorwiegend auf das Vermeiden der schwersten Kopfverletzungen, die ein Reiter erfahren kann, andere beschäftigen sich mehr mit dem Schutz vor alltäglichen Verletzungen. Natürlich kann niemand vorhersehen, welchen Unfall oder Sturz ein Reiter erleiden wird - stürzt er auf Beton, Gras oder im Parcours, wird er beim Sturz getreten, trägt das Pferd Stollen oder sürtzt es sogar auf den Reiter und verursacht zusätzlich Quetschverletzungen - ein Helm der mehreren Standards entspricht schützt nachweislich bei einer größeren Zahl von Unfallvorgängen.

Alle Zertifizierungs-Systeme verlangen einen anfänglichen Test der Machart eines Helmes. Aber die Zahl und Häufigkeit, mit der Reithelme darüberhinaus getestet werden, unterscheidet sich bei den einzelnen Zertifizierungen. BSI Kitemark überprüft einen aus 200 Helmen in jeder 800-2.300 Helme umfassenden Charge, bevor ein Zulassungs-Label erteilt wird. Wenn die Helme den Anforderungen nicht genügen, muss die gesamte Charge zerstört werden. SEI (Safety Equipment Institute mit dem Sitz nahe Washington, DC) testen zur Qualitätssicherung eine Charge pro Jahr. Für die CE-Kennzeichnung, die besagt, dass der Helm den EU-Normen entspricht, ist nur die initiale Überprüfung erforderlich, so lange die Machart nicht geändert wird. 

Traditionell werden Reithelme auf einem Dummy-Kopf aus Stahl getestet, wobei die Spitzenbeschleunigung beim Sturz auf Stahl gemessen wird. Für die führenden Hersteller von Reithelmen kann das aber nur ein Anfang der Analyse sein, wie sich der Helm in der Realität bewährt. In Charles Owen's Design-Zentrale wird hochentwickelte Computer-Simulation genutzt um zu ermitteln, wie man die Ableitung von Energie eines Aufpralls durch die Verwendung komplexer Materialkombinationen maximieren kann. 


 

 

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